Bilder zur Kirschessigfliege

Die aus Asien stammende Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) ist ein neuer Schädling im Obst- und Weinbau. Im Gegensatz zur heimischen Essigfliege (Drosophila melanogaster) kann das Weibchen der nun zugewanderten Kirschessigfliege seine Eier bereits in gesunden Beeren ablegen. Bevorzugt werden dabei dunkle Sorten ab einer gewissen Reife.

Nur das Männchen der Kirschessigfliege kann aufgrund seiner Flügelflecke mit bloßem Auge von der heimischen Essigfliege unterschieden werden. Die Kirschessigfliege, das Männchen mit Flügelflecke sowie das Weibchen ohne, wird deshalb auch mit „Spotted Wing Drosophila“ bezeichnet.

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Die Pinzettenspitze und der Barcode am Boden des Behältnisses deuten die Größe der Kirschessigfliege an: Etwa 2-3,5 mm. Die Männchen eher kleiner, die Weibchen eher größer. Das tote Männchen, welches mit einer Essigfalle gefangen wurde, schwimmt hier in einem Becher mit klarem Wasser. Auch ohne Vergrößerungsglas, welches ich für die Aufnahme verwendete, sind so die Flügelflecke gut zu erkennen.

Mit einem geliehenen Mikroskop (danke Wolfram!) gelangen mir im vergangenen Jahr interessante Aufnahmen.

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Da dieses chinesische Mikroskop schon ein älterer Jahrgang ist, gab ich ihm den Namen „Modell Mao Tse-Tung“. Die nachfolgenden Bilder (sowie auch das Titelbild) zeigen, dass „Mao“ gute Dienste leistete.

Für alle Bilder wählte ich am Mikroskop einen Vergrößerungsfaktor 125 (Objektiv 10 * Okular 12,5). Die Smartphonekamera wurde direkt am Okular aufgesetzt. Hier ein Flügelfleck der männlichen Kirschessigfliege:

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Ein besonderes Erlebnis ist es aber, wenn man durch das Mikroskop schaut und erstmals „in echt“ den sägeartigen Eiablageapparat eines Weibchens der Kirschessigfliege sieht:

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Im nachfolgenden Bildausschnitt wird dies noch deutlicher. Die Sägezähne der hinteren Kufe, welche in der Objektebene liegen, sind gut zu erkennen. Ein Werkzeugmacher könnte dies nicht besser herstellen.

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Aufgrund der „Säge“ ist die Kirschessigfliege im Unterschied zur heimischen Essigfliege ein Schadorganismus, denn die heimische kann nur in bereits vorgeschädigten Früchten ihre Eier ablegen.

Dies verdeutlicht ein Bild des Legeapparates eines Weibchens der heimischen Essigfliege. Man erkennt im folgenden Bild noppenähnliche Elemente, mit denen es im Fruchtfleisch ritzen, aber keine intakte Beerenhaut ansägen kann.

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Vergleicht man beide Eiablegeapparate, so erscheint der eine als „Highendprodukt“, der andere eher primitiv. Aber auch der primitivere ist ein Erfolgsmodell, wie wir alle aus Erfahrung wissen. Nur schmerzt es uns weniger, wenn heimische Essigfliegen bereits faulendes Obst befallen.

Ein Größenvergleich der beiden Legeapparate ist mit meinen Bildauschnitten nicht möglich. Die durchschnittliche Körpergröße der Weibchen der heimischen Essigfliege ist kleiner als die ihrer zugewanderten Cousinen aus Asien, was einem auch beim Auswerten von Fallenfängen auffällt.

Wer sich für Informationen zur Biologie der Kirschessigfliege interessiert, dem empfehle ich diese Webseite von der LWG Veitshöchheim (25.09.2016: Der Link funktioniert nun wieder. Die Seite der LWG zog um.).

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