„Herbschd16“

Der Herbst ohne Sonne – zumindest an den sechs Tagen, an denen wir zur Weinlese draußen waren. Auch sonst war 2016 ein Jahr der Extreme. Nach dem Austrieb kamen Ende April Schneeschauer und eine Frostnacht, von der unsere Fläche aber verschont blieb. Im frühen Sommer gab es „Dauerregen“, welcher mit dem Kampf gegen die Pilzkrankheit Peronospora verbunden war, und im späten folgte eine Dürre. Und doch ernteten meine Lesehelfer und ich, trotz der Pero- und Sonnenbrandschäden, mehr als in den Vorjahren: Einsetzende Niederschläge vor dem Herbst ließen z.B. das Gewicht der Trollingertrauben stark anwachsen.

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Begeistert zeigte mir Helfer Uli diesen Fund: Eine Ruländertraube mit grauen und weißen Beeren. Alle Beeren, auch die weißen, sind reif. Aus dem Grunbacher Ruländer, auch Grauburgunder genannt, entsteht ein Sektgrundwein der Remstalkellerei. Die obigen Bilder gehören beide zu unserem ersten Lesetag am 6. Oktober.

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Der erste Vollernter, der in unserem Ort zu Hause ist. Hier an seinem  ersten Einsatztag in einem Nachbarwengert. Veränderungen im Weinberg.

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Das Wetter hielt. Unser Zuber Spätburgunder war zum Mittag voll.

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Das anschließende „Veschber“.

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Alle Lemberger sind in den Zübern. Blick in das Remstal. Erstmals drängt sich der Fellbacher Gewa-Tower mit einer Höhe von 107 m in das Panorama. Im Weinberg nimmt man das mehr wahr als hier in diesem Bildausschnitt.

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Holder Bad Smiley. Das ganze Jahr lief der Holder rund, aber bei der Weinlese zickte er. Der Gaszug brach. In der Werkstatt, welche ich im getrimmten Standgas erreichte, kam ich gleich dran, sodass ich noch rechtzeitig zum Leeren der kleinen Züber wieder im Wengert war.

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In der Collage sieht man die Hebevorrichtung für die kleinen Züber. Die Trauben werden damit in die großen Züber auf dem Anhänger gekippt. Es fällt auf: Das Laub im Weinberg blieb heuer lange grün. Oben rechts entdeckt man die Reparatur vom Gaszug.

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Mit dem Einsetzen der Laubverfärbung lasen wir am 29. Oktober unsere letzten Trauben, und zwar die restlichen Trollinger. Dass der Trollinger eine spätreifende Sorte ist, wurde mir in diesem Jahr wieder bewusst.

Zum Oktoberanfang gab es noch einen starken Flug der Kirschessigfliege, und die Sorge um den Trollinger, der erst später reingeholt werden kann, war vorhanden. Die Fangzahlen in meinen Essigfallen waren dann aber von Woche zu Woche rückläufig. Die Trollinger blieben bis zum Herbstende gesund – aufgrund der größeren Menge war die Qualität aber eine einfachere als im Vorjahr.

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