Nach dem Frost beim Austrieb – eine Bilderserie im Jahr 2016

Die Nacht vom 28. April zum 29. war im Remstal eine starke Frostnacht. Kollegen auf meiner Gemarkung waren davon betroffen: Am Fuß der westlichen Grunbacher Weinberge fotografierte ich am Abend nach der Frostnacht eine vom Frost geschädigte Acolonknospe (siehe Titelbild). In der Folge überraschte mich, wieviel Leben noch in dieser angeschlagenen Knospe war. So ist die nachfolgende Bilderserie entstanden, welche die Entwicklung im Laufe des schwierigen Jahres 2016 anhand eines Triebes zeigt. Soviel möchte ich vorwegnehmen: Eine kleinere Traube, die diese Knospe hervorbrachte, durfte der Wengerterkollege ernten!

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3. Mai: Ich war überrascht. Die Knospe beginnt sich zu entfalten.

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7. Mai

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8. Mai

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14. Mai: Ein kleiner Trieb ist herangewachsen. Man erkennt zwei Gescheine. Die stärkeren Triebe auf diesem Bild kommen aus der Frostrute, die nach dem Frost zusätzlich runtergebunden wurde. Die schon entfalteten Knospen der senkrecht stehenden Frostrute waren ohne Schaden (wg. größerem Abstand zum Boden).

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21. Mai: Immerhin, der Biegedraht ist erreicht!

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25. Mai: Und weiter geht es nach oben …

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6. Juni: Ein kleiner aber feiner Trieb mit zwei schönen Gescheinen.

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27. Juni: Aus den beiden Gescheinen sind nun nach der Blüte zwei kleine Trauben geworden.

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10. Juli: Die Beeren beider Trauben wachsen rasch. Aber ein „Ächsele“ ist bereits der Pilzkrankheit Peronospora zum Opfer gefallen.

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24. Juli: Das Stielgerüst der zweiten Traube (oben rechts) ist an der Peronospora erkrankt. Durch die vielen Niederschläge im Sommer 2016 war die Peronospora eine große Herausforderung für die Weingärtner.

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19. August: Die Beeren färben sich! Bei der rechten Traube sieht man deutlich die Auswirkung der Peronospora. Noch vor der Lese fällt die Traube mit wenigen gesunden Beeren ab.

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20. September: Wenige Tage vor der Lese! Eine reife Acolontraube brachte das vom Frost beschädigte Auge hervor. Eine leckere Beere davon „stipizte“ ich. Die nächste Bedrohung, die Kirschessigfliege, konnte dank der nahen Ernte keinen großen Schaden mehr verursachen. Aber erst auf dem Bild entdeckte ich auf der Nachbartraube (oben links) zwei Männchen der Kirschessigfliege, zu erkennen an ihren Flügelflecken. Und eine Essigfliege sitzt auf unserer Traube.

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25. September: Am Vortag wurden die Acolontrauben mit dem Vollernter „geherbstet“. Durch das Rütteln der Maschine fallen die reifen Beeren ab. Die Kämme verbleiben am Trieb.

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6. November: Das Laub fiel ab. In der Bilderserie betrachteten wir den kleinen Trieb in der Bildmitte. Die Einkürzung des Triebs entstand beim maschinellen Entblättern im Sommer. Die stärkeren Triebe entstammen, wie schon erwähnt, von der Frostrute, die erst nach der Frostnacht runtergebunden wurde.

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Und hier zum Abschluss noch ein Blick auf die Frostrute unseres Rebstocks, auch aufgenommen am Abend nach der Frostnacht im April 2016. Der Austrieb des Auges, welches ca. 2 m vom Boden entfernt ist, blieb ohne Schaden. Die Frostrute brachte an diesem Rebstock den Hauptanteil des Ertrages.

Susanne Werth-Rosarius ermunterte mich, die Entwicklung nach der Blüte weiter zu verfolgen. Leider kann ich Susa, die im September starb, diese Bilder nicht mehr zeigen.

Nachklapp 2017: Während beim Spätfrost 2016 nur einzelne Lagen, zumeist am Rand, stark betroffen waren, gab es bei der Frostnacht vom 19. auf 20. April im Folgejahr 2017 überall dramatische Frostschäden. Zwei Bilder aus 2017 habe ich noch von der selbigen Stelle im Acolon-Wengert des Kollegen angehängt:

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Wiederum aufgenommen am Abend nach der Frostnacht, nun aber am 20. April des Jahres 2017 und ein Stock oberhalb. Wo im Vorjahr der Austrieb an den Frostruten überlebte, ist nun alles abgestorben. Dies verwundert nicht, denn bei den Häusern in der Nachbarschaft wurden -7 Grad Celsius, so erinnere ich mich, gemessen.

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28. Juli 2017: Genau dort, wo im Vorjahr zwischen den beiden Rebstöcken die Aufnahmen gemacht wurden, blieb es kahl. Die Frostrute am unteren Stock wurde aber im Gegensatz zum Vorjahr eingekürzt, da von ihr nur wenige Augen, welche immerhin noch drei Trauben hervorbrachten, in Stocknähe den Frost überstanden haben.

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